- Van Gogh und der Traum vom Atelier des Südens
- Gauguin und van Gogh: Künstler-WG im gelben Haus
- Van Goghs Kunstwerke und ihre Entstehungsorte in Arles
- Warum hat sich van Gogh das Ohr abgeschnitten?
- Abschied aus Arles: Van Goghs letzte Tage
- Arles: Südfranzösisches Kleinod mit viel Geschichte
Van Gogh und der Traum vom Atelier des Südens
Das Licht, die Farben, die weite Landschaft: Für Vincent van Gogh, der von 1853 bis 1890 lebte, war Arles wie eine Verheißung aufs Paradies. Am Ufer der Rhone, umgeben von flirrenden Feldern und Weilern, unter ewig blauem Himmel, sollte sein „Atelier des Südens“ entstehen.
In dem Künstleratelier, das er gemeinsam mit seinem Freund Paul Gauguin gründen wollte, sollten Maler:innen einen Ort finden, an dem sie ihre Schaffenskraft grenzenlos ausleben können.
Die 16 Monate, die van Gogh in Arles verbrachte, gehören – so tragisch sie auch endeten – zu den prägendsten Perioden seines Lebens. Zwischen Februar 1888 und Mai 1889 schuf van Gogh in Arles mehr als 300 Werke.
Einige der Gebäude in der Stadt, die dabei eine Rolle spielten, sind noch erhalten. Kein Werk blieb in Arles, aber viele dieser Bilder und Gemälde erlangten Weltruhm, wenn auch erst nach seinem Tod.
Wenn das Leben andere Pläne hat
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Vincent van Gogh: Sein Leben im Überblick
- Vincent Willem van Gogh wird am 30. März 1853 im niederländischen Zundert als Sohn des protestantischen Pfarrers Theodorus und seiner Frau Anna geboren.
- Nach einer Ausbildung als Kunsthändler und verschiedenen Tätigkeiten unter anderem als Lehrer und Prediger verschreibt er sich mit 27 Jahren der Malerei.
- Bevor er nach Arles kommt, lebt er in Antwerpen und Paris, wo er Paul Gauguin zum ersten Mal begegnet.
- Während seiner Zeit in der Provence bekommt er ab 1888 schwere Wahnvorstellungen.
- Am 29. Juli 1890 stirbt van Gogh an den Folgen eines zwei Tage zuvor begangenen Selbstmordversuchs.
- Wirtschaftlich leidet van Gogh zeitlebens unter Erfolglosigkeit. Erst Anfang des 20. Jahrhunderts werden seine Bilder in größerem Umfang ausgestellt.
Gauguin und van Gogh: Künstler-WG im gelben Haus
Die meisten der geschichtsträchtigen Van-Gogh-Orte in Arles sind restaurierte Cafés, moderne Restaurants oder hippe Bars. Im historischen Ortskern jedoch wirkt die Zeit wie stehen geblieben, rankt sich Efeu über verwitterte Mauern, leuchten Markisen und Ziegeldächer in Gelb und Rot.
Diese Farbenpracht zog van Gogh, der „auf der Suche nach einem neuen Licht“ war, nach Arles. Nach einem kurzen Abstieg in einem Hotel zog er in ein gelbes Haus, in dem er vier Zimmer mietete. Sie sollten die Basis für das Atelier des Südens bilden.
Der Traum schien sich zu erfüllen, als Paul Gauguin im Oktober 1888 in Arles eintraf und mit van Gogh eine Art künstlerische Wohngemeinschaft bildete. Vincents Bruder Theo sollte sich von Paris aus um die wirtschaftlichen Dinge kümmern – was vor allem bedeutete, das Projekt finanziell zu unterstützen, denn die Bilder von van Gogh und Gauguin fanden zu dieser Zeit kaum Käufer:innen.
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Van Goghs Kunstwerke und ihre Entstehungsorte in Arles
An vielen Stellen in Arles erinnern Informationstafeln daran, welche Werke van Gogh dort von Februar 1888 bis Mai 1889 geschaffen hat:
- „Brücke von Arles“: am Kanal zwischen Arles und Bouc
- „Caféterrasse am Abend“: am Forumsplatz
- „Sternennacht über der Rhone“: am Rhonekai
- „Das gelbe Haus“: am Lamartine-Platz
- „Die alte Mühle“: in der Rue Mireille
- „Der öffentliche Garten“: im Park am Boulevard des Lices
- „Garten des Hospitals“: im Espace van Gogh
Nach Arles kannst du übrigens gut mit dem Auto reisen. Oder du fliegst bis Marseille, mietest dort einen Wagen oder nimmst für die rund 90 Kilometer bis Arles ein Taxi.
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Warum hat sich van Gogh das Ohr abgeschnitten?
Expert:innen gehen davon aus, dass Gauguin vor allem wegen der finanziellen Unterstützung nach Arles kam. Er blieb nur neun Wochen – in denen er einige bedeutende Bilder malte.
Schnell wurde klar, dass van Goghs ambitioniertes Projekt scheitern wird. Zu aufbrausend und egozentrisch sind die beiden Charaktere. Vor allem der Franzose neigt zum Jähzorn, und bei van Gogh zeigten sich Anzeichen einer psychischen Störung.
Am 23. Dezember 1888 eskaliert die Situation: Im Zuge eines heftigen Streits droht Gauguin mit seiner Abreise. Van Gogh, bereits in verwirrtem Zustand, ist außer sich. Mit einem Rasiermesser verfolgt er den flüchtenden Freund durch die halbe Stadt, bevor er sich selbst ein Stück seines linken Ohres abschneidet.
Anschließend überreicht er den blutigen Körperteil der Prostituierten Rachel, deren Dienste er häufiger in Anspruch genommen hat – angeblich mit den Worten: „Du wirst dich meiner erinnern, das sage ich dir.“
Schließlich wird van Gogh bewusstlos aufgefunden und ins Krankenhaus eingewiesen. Als er dort am 7. Januar 1889 entlassen wird, ist Gauguin längst ohne weiteren Gruß abgereist. Die beiden sollten sich nie wieder persönlich begegnen. Das war das Ende der großen Idee, von der van Gogh träumte. Deren Geist lebt in Arles aber weiter.
Hotel-Tipps für einen exzellenten Aufenthalt in Arles
- Das Hôtel Le Pigonnet in Aix-en-Provence liegt etwa 80 Kilometer von Arles entfernt. Das im Stil eines französischen Herrenhauses gehaltene Hotel mit ruhigem Garten hält hübsche Zimmer und Suiten, Pool, Spa und Fitnessraum für dich bereit, das Restaurant La Table du Pigonnet serviert regionale Köstlichkeiten.
- Das Domaine de Manville in Les Baux-de-Provence liegt auf einem ehemaligen Landgut, umgeben von Weinbergen. 20 Kilometer östlich von Arles lässt du dich in einem Zimmer oder einer Suite mit eleganten Textilien und bodentiefen Fenstern nieder. Das exklusive Restaurant L’Aupiho und Spa-Angebote laden zum Entspannen und zu kulinarischen Genüssen ein.
Abschied aus Arles: Van Goghs letzte Tage
Vincent van Gogh kam ein weiteres Mal in eine Klinik, in Saint-Rémy-de-Provence, wo er die berühmte „Sternennacht“ malte, danach zog es ihn fort aus dem Süden. In Auvers-sur-Oise bei Paris, in der Nähe seines Bruders Theo, begab er sich in Behandlung des Arztes Paul Gachet – und malte noch mehr als 80 Gemälde.
Die psychischen Leiden des Künstlergenies konnte aber auch Gachet nicht lindern. Am 29. Juli 1890 starb van Gogh. Todesursache waren die Folgen einer Schussverletzung in den Bauch (manche Quellen sagen: in die Brust), die er sich selbst zwei Tage zuvor zugefügt hatte.
Überlebt haben seine Werke, die heute Millionenpreise erzielen. Was damals nicht abzusehen war. Vier Tage vor Vincent van Goghs Tod schrieb sein Bruder Theo an dessen Frau Johanna: „Wenn er doch nur jemanden finden würde, der ein paar von seinen Bildern kauft. Aber ich fürchte, das könnte noch eine sehr lange Zeit dauern.“
Arles: Südfranzösisches Kleinod mit viel Geschichte
Planst du als Kunstfan einen Urlaub in Südfrankreich, solltest du einen Abstecher nach Arles einplanen. Neben Spuren van Goghs, die du dort entdecken kannst, gibt es in der Stadt weitere historische Höhepunkte, zum Beispiel das alte Amphitheater aus römischer Zeit.
Zum Künstlergenie ist die Fondation Vincent van Gogh empfehlenswert, die mehr ist als ein reines Van-Gogh-Museum. Die 2014 eröffnete Stiftung zeigt auch Arbeiten von zeitgenössischen Künstler:innen und erläutert ihren Bezug zu dem niederländischen Meister.
Bestens abgesichert bist du vor und auf deinem Trip mit der Reiserücktritts- und Reiseabbruchversicherung von AXA Partners, vermittelt von American Express. Wenn du deine Reise wegen einer plötzlichen Erkrankung stornieren musst, bekommst du bis zu 10.000 Euro Reisekosten zurückerstattet.* Eine American Express Kreditkarte ist für diese Versicherung übrigens nicht notwendig.